Angst vor dem Zahnarzt? Das können Sie gegen Dentalphobie tun!

Niemand geht wohl gerne zum Zahnarzt. Doch bei manchen Menschen breitet sich eine regelrechte Angst vor der zahnärztlichen Untersuchung aus. In etwa jeder zehnte Deutsche hat Panik vor dem Gang zum Zahnarzt. Bei dieser psychologischen Störung kommt es allerdings häufig zu Folgeschäden. Dabei können sich Dentalphobiker mittlerweile helfen lassen.

Studien belegen: Menschen in allen Ländern betroffen

Die meisten Menschen würden gerne auf den Zahnarztbesuch verzichten. Notwendig ist der jährliche Gang zum Arzt aber allemal, um die eigene Zahngesundheit auch auf Dauer zu erhalten. Nur wer sich jetzt um gesunde Zähne bemüht, auf den kommen im hohen Alter wahrscheinlich weniger Kosten für Zahnbehandlungen oder Zahnersatz zu.

In einer Untersuchung der Bergischen Universität Wuppertal sieht dies allerdings ganz anders aus. Die meisten Dentalphobiker haben schlechte Zähne. Der Grund: Die meisten Betroffenen waren bereits seit Jahrzehnten nicht mehr beim Zahnarzt – aus purer Angst. Alleine die Erwähnung eines Zahnarztes ruft bei den Menschen Schweißausbrüche oder sogar Angstzustände und Ohnmachtsanfälle hervor.

Selbst in Großbritannien wurde das Phänomen untersucht. Die Briten bewiesen, dass vor allem jüngere Menschen unter 40 Jahren von der Dentalphobie betroffen sind.

Dentalphobie wird zum Teufelskreis

Eine zentraler Aspekt der psychologischen Störung ist nicht nur die Angst vor der Behandlung selbst. Viel mehr wissen die meisten Betroffenen über den schlechten Zustand ihrer Zähne, weswegen sie es vermeiden, den Arzt aufzusuchen. Zusätzlich zur Angst gesellt sich demnach die Scharm und Hilflosigkeit. Ein Teufelskreis, der selbstverständlich immer weiter dazu führt, dass die Zahngesundheit leidet.

Wer leidet unter der diagnostizierten Dentalphobie?

Die DAS, die Dental Anxiety Scale, besteht aus einem Fragebogen mit fünf Fragen, die Betroffene beantworten müssen. Auf dieser Grundlage ist es möglich, die Angstzustand beim Zahnarztbesuch zu kategorisieren und herauszufinden, ob ein Mensch wirklich unter einer Dentalphobie leidet. Folgende Fragen werden dabei angewandt:

  1. Wenn Sie morgen zum Zahnarzt müssten, wie wäre Ihr Gefühl?
  2. Wie würden Sie sich fühlen, säßen Sie im Warteraum beim Zahnarzt?
  3. Müsste bei Ihnen gebohrt werden, wie würden Sie sich fühlen?
  4. Würden Sie sich einer Zahnreinigung unterziehen, wie sähe Ihre Gefühlswelt aus?
  5. Müsste bei Ihnen eine Betäubungsspritze über einen hinteren oberen Backenzahn gesetzt werden, wie würden Sie sich fühlen?

Patienten müssen die Fragen mit Antworten über eine Skala von eins bis fünf beantworten, wobei eins „nicht ängstlich“ und fünf „extrem ängstlich“ bedeutet. Wer insgesamt über 12 Punkte erzielt, dem kann eine erhebliche Angst vor dem Zahnarzt bescheinigt werden.

Therapiemaßnahmen bei Dentalphobie

Wer selbst unter der panischen Angst vor dem Zahnarzt leidet, der sollte sich in Behandlung begeben. Mittlerweile gibt es eine ganze Reihe an Behandlungsmethoden, die Besserung versprechen. Hierzu zählen:

  • Hypnotherapie
  • Vollnarkose während der Behandlung
  • Kognitive Verhaltenstherapie

Während die Hypnotherapie nur selten eine positive Wirkung zeigt und die Vollnarkose Schmerz und Angst lindert, können beide Methoden die Phobie nicht direkt bekämpfen. Aus diesem Grunde ist die kognitive Verhaltenstherapie die Maßnahme, der sich Betroffene verschreiben sollten. Hilfe in dieser Form kann bei jedem Psychotherapeuten gefunden werden. Eine Behandlung dauert in der Regel bis zu drei Stunden. Rund 70 Prozent aller Therapieteilnehmer können von ihrer Angst befreit werden, womit die kognitive Verhaltenstherapie die aktuell effizienteste Methode ist, seine Dentalphobie zu überwinden.

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